Jugendliche brauchen Perspektiven

Projekt „Lust auf (Aus-)Bildung in Bremerhaven“ der Wirtschaftsjunioren:

Die beteiligten Auszubildenden sind mit viel Elan bei der Sache. Das zeigt auch eine Umfrage.

Mit  dem  Projekt  „Lust  auf  (Aus-) Bildung  in  Bremerhaven“  sind  die Bremerhavener Wirtschaftsjunioren offenbar auf der richtigen Spur. Das lässt sich auch aus einer kleinen Umfrage der WJ unter den beteiligten Auszubildenden ableiten. Bei der  wurden  zugleich  konkrete  Vorschläge gemacht, wie Unternehmen junge Menschen für die betriebliche Ausbildung  gewinnen  können.

Denn darum geht es bei  dem  Projekt  unter dem   Jahresmotto   der Wirtschaftsjunioren  „Zusammen  in  die  Zukunft“:  Junge  Frauen  und  Männer  sollen leichter für eine Lehre begeistert werden – unter tatkräftiger Mithilfe von Gleichaltrigen, die sich bereits für eine Ausbildung entschieden haben.

Zu den Auszubildenden, die bei dem Projekt mitmischen, gehören auch Maja Hoops und Constance Meyer, die bei der Steuerberatungs-  und  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Fides Treuhand in Bremerhaven lernen. An ihrer Ausbildung gefällt ihnen neben anderen  Punkten  „die  Verantwortung,  die  man für seine Aufgaben im Betrieb übernimmt“. Das Projekt „Lust auf (Aus-)Bildung schätzen sie nicht zuletzt, weil sie hier ihre eigenen Ideen  einfließen  lassen  können.  Wenn  es darum geht, jungen Menschen eine betriebliche  Ausbildung „schmackhaft“  zu machen,   setzen Maja  Hoops  und Constance  Meyer zum  Beispiel  auf direkte Kontakte zu den Schulen. Dort könnte etwa für die Aufstiegsmöglichkeiten in den einzelnen Berufen und die zu erwartenden Vergütungen geworben werden.

Geregelter Tagesablauf wichtig

Jannis Christoffers lernt bei Raiffeisen Weser-Elbe  in  Schiffdorf-Wehden  und  unterstützt das WJ-Projekt ebenfalls. „Jugendliche brauchen  Perspektiven“,  sagt  er.  Dabei  spiele auch  eine  Rolle,  dass  ihnen  ein  geregelter Tagesablauf Sicherheit gebe und sie von der Straße hole. Beim Werben für eine betriebliche  Ausbildung  sollten  die  Unternehmen nach  Auffassung  von  Jannis  Christoffers unter  anderem  deutlich  aufzeigen,  welche Nachteile  beim  Fehlen  einer  Berufsausbildung drohen.

Lob für das WJ-Projekt kommt gleichermaßen von Christian Kowalewski, Auszubildender bei Huth Zaun + Torsysteme GmbH/Huth Metallbau GmbH in Bremerhaven. Er erinnert  sich:  „In  meiner  Schulzeit  gab  es keine  effektiven  Hilfsmaßnahmen,  um  den richtigen Beruf für sich zu finden. Deshalb hoffe ich, dass mit dem Projekt etwas Greifbares  bewirkt  wird.“  Christian  Kowalewski regt  an,  die  Schulen  sollten  zumindest Haupt- und Realschüler zu mindestens vier bis  sechs  Praktika  in  verschiedenen  Berufen beziehungsweise Branchen verpflichten: „Selbst wenn der Schüler danach weiß, dass er  einen  bestimmten  Beruf  nicht  ausüben will, hat er einen kleinen Schritt in Richtung des passenden Berufes getan.“

Wencke  Sonnabend  wird  bei  der  Grotelüschen & Weber AG in Bremerhaven zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen ausgebildet.  Sie  hält  es  für  sehr  wichtig, Jugendliche  für  eine  Berufsausbildung  zu begeistern, weil sie „das Fundament ist, auf dem alles aufgebaut ist“. Sinnvoll sind aus ihrer Sicht Veranstaltungen in den Schulen, bei  denen  Auszubildende  ihre  Berufe  aus ihrer persönlichen Sicht vorstellen.